WISSENSWERTES ZUR SEEKARTE

 

WAS IST EINE ELEKTRONISCHE SEEKARTE? 

Die elektronische Navigation stellt die größte Veränderung in der modernen Geschichte der Seefahrt dar. Noch um die Jahrhundertwende stützte sich die Navigation hauptsächlich auf Papierkarten. Die Planung, Durchführung und Überwachung einer Reise beanspruchte die meiste Zeit und Aufmerksamkeit der Besatzung. Die Einführung moderner digitaler Navigationsinstrumente automatisierte jedoch einen Großteil dieser Arbeit und veränderte Seefahrt. Infolgedessen haben die elektronischen Seekarten, auf die sich ein elektronisches Karten- und Anzeigesystem stützt, die Papierkarten weitgehend ersetzt.

Wenn Sie heute eine elektronische Seekarte kaufen, besten ihre Daten auf einer offiziellen Datenbank, die von einem nationalen hydrographischen Amt zur Verwendung mit einem elektronischen Kartenanzeige- und Informationssystem (ECDIS) erstellt wird. Eine elektronische Karte muss den in der Sonderveröffentlichung der Internationalen Hydrographischen Organisation (IHO) festgelegten Standards entsprechen, bevor sie als ENC zertifiziert werden kann.

Sie werden in dem von der IHO festgelegten einheitlichen Format S-57 erstellt. S-57-Daten sind projektionslose Daten, die als geografische Koordinaten im WGS-84 (World Geodetic System 84) gespeichert sind. Jedes Land erstellt ENC-Daten für seinen Zuständigkeitsbereich: innere Gewässer, Küstenmeer und Festlandsockel.

WAS IST EIN ECDIS? 

Ein Electronic Chart Display and Information System kurz ECDIS besteht aus Hardware, Software und den digitalen Daten der Seekarte sowie einer Vielzahl von weiteren Informationen. Es ist ein Echtzeit-Navigations- und Informationssystem, das Informationen über die jeweiligen Bedingungen oder, mittels GPS-Signalen, die Position des eigenen Schiffes liefert, aber auch Gefahrensituationen erkennen und melden kann. Ein ECDIS fasst alle wesentlichen Navigationsinformationen zusammen und stellt sie in übersichtlicher Form für den Nautiker dar.

Folgende Daten können im ECDIS auf einem einzigen Bildschirm dargestellt werden:

  • Seekarte
  • Radarbild oder ARPA-Ziele (Automated Radar Plotting Aid)
  • Teile der nautischen Handbücher, des nautischen Funkdienstes und des Bakenverzeichnisses
  • alphanumerische Positions- und Navigationsdaten (Planungsdaten, aktuelle Navigationsdaten, aufgezeichnete Trackinformationen)
  • Kurslinie und aktuelle Position des eigenen Schiffes
  • AIS-Symbole

GRUNDLAGEN DER ELEKTRONISCHEN SEEKARTEN

Elektronische Seekarten sind eines der beiden Schlüsselelemente der elektronischen Navigation. Ein internationales elektronisches Navigationssystem (ECDIS) fungiert als Hardware, während eine elektronische Navigationskarte (ENC) den Datensatz mit den relevanten Informationen für eine Reise enthält. Zusammen bilden diese beiden Komponenten eine leistungsstarke digitale Navigationslösung. Sie bieten jedoch weit mehr als nur die Vermeidung von Papierverschwendung und -lagerung durch einfache Digitalisierung. Die Verwendung elektronischer Schifffahrtskarten in Verbindung mit ECDIS bietet der Besatzung eine Reihe von Vorteilen bei der Planung, Überwachung und Durchführung von Reisen.

VORTEILE DER ELEKTRONISCHE SEEKARTE

Ein moderner Bootsführer sollte sich mit dem Funktionsumfang eines ECDIS vertraut machen:
Es zeigt Gefahrenwarnungen und Alarme an, ermöglicht eine vereinfachte Kursänderung und zeigt automatisch sichere Routen an. Dies alles erreichen Sie, indem Sie genaue Werte in das ECDIS eingeben, z.B. die Eintauchtiefe des Schiffes. Anschließend werden diese Eingaben automatisch mit Meeresdaten kombiniert, um ein genaues Bild der Gebiete zu erstellen, in denen Ihr Schiff sicher fahren kann.

An dieser Stelle kommt die ENC ins Spiel. Sie können Ihr ECDIS zwar mit präzisen Werten für Ihr Schiff füllen, aber ohne genaue Meeresdaten ist dies nutzlos. Elektronische Schifffahrtskarten versorgen Ihr ECDIS mit den externen, reisespezifischen Daten, damit es richtig funktioniert.

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